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SV Weil 1910 - SV Stadelhofen 3:2 PDF Drucken E-Mail

Verbandsliga Südbaden - 04. Spieltag 27.08.2011

SV Weil 1910 - SV Stadelhofen 3:2

Hin und Her mit Happy-End

Beim SV Weil kehrt der Glaube an die eigene Stärke zurück. Obwohl die Weiler gegen den SV Stadelhofen nach einer 1:0-Führung mit 1:2 ins Hintertreffen gerieten, gelang am Samstag im Nonnenholz mit 3:2 (1:1) der erste Heimsieg der Saison in der Fußball-Verbandsliga. Vor allem nach der Pause entwickelte sich ein abwechslungsreiches Hin und Her, das mit zwei Hinausstellungen garniert wurde. Über die Bedeutung der Roten Karte für den Stadelhofener Manuel Vollmer (61.) gingen die Meinungen der Beteiligten auseinander.
Der Stadelhofener Trainer Franz Benz bewertete den Platzverweis für seinen wieselflinken Angreifer, der nach gewonnenem Laufduell mit Martin Braun den 1:1-Ausgleich erzielt hatte (29.), als "harte und überzogene Schlüsselentscheidung". Vollmer hatte den sich aufrappelnden Weiler Schlussmann Gian-Luca Di Simone angerempelt, was Schiedsrichter Jörg Bohrer (Hausen) als Tätlichkeit auslegte. Doch auch Martin Braun, der neun Minuten später nach einem Sprint in die Hacke des Gegenspielers selbst Gelb-Rot sah (70.) und damit wieder für zahlenmäßige Ausgeglichenheit auf dem Feld sorgte, stufte die Attacke (Benz: "Er wollte Präsenz zeigen") nicht als rotwürdig ein.
Marco Schneider wollte den Stellenwert von Vollmers Roter Karte, zu dessen Zeitpunkt die Gäste noch mit 2:1 führten, indes nicht zu hoch hängen. "Wir waren schon vorher besser im Spiel", sagte der Weiler Trainer. Und weil er den Heimsieg aufgrund der Mehrzahl an Torchancen hinter als verdient bezeichnete, zog er sich in der Pressekonferenz den Ärger seines Gegenübers Benz zu: "Ich bin sauer, ein klarer Sieg sieht anders aus", schnaubte der Stadelhofener Coach, der den Blau-Weißen für das Rückspiel im Frühjahr einen heißen Tanz versprach: "Wir kommen definitiv zurück, mal gucken, was in Stadelhofen passiert."
Natürlich traf der Feldverweis ihres Leistungsträgers die Gäste hart, doch in der Tat hatten die Weiler eine Minute zuvor durch Fabio Bibbo bereits eine große Gelegenheit zum 2:2-Ausgleich. Das Spiel der Gastgeber war nicht wie ein Kartenhaus zusammengefallen, nachdem Thomas Weschle den ersten gefährlichen Stadelhofener Angriff in der zweiten Halbzeit per Grätschsprung zur 2:1-Führung (49.) genutzt hatte.
Schneider sprach deshalb von einer "tollen Moral der Mannschaft, die unbedingt diesen Sieg wollte" – und dabei von Aussetzern in der Abwehr der Renchtäler profitierte: Beim 1:0 ließ Torhüter Tim Bruder den Ball aus den Händen gleiten, instinktsicher drückte Guido Perrone ein (22.); beim 2:2 unterlief Innenverteidiger Pascal Kientz eine Weiler Flanke, der eingewechselte Imad Kassem-Saad ließ den Ball von der Brust abtropfen und verwertete in bekannter Torjägermanier (67.). "Meine Innenverteidiger haben katastrophal gespielt", rügte Brenz.
Doch die Weiler erzwangen Stadelhofener Unpässlichkeiten auch durch ihre wiedergewonnene Offensivkraft: Angreifer Bibbo, dem nach Pass von Thomas Fuhrler per Lupfer der 3:2-Siegtreffer gelang (79.), boten sich zuvor bereits (23., 25., 34.) ebenso wie Artur Weber (35.), Kassem-Saad (65.) und Daniel Schäuble (75.) gute Gelegenheiten.
Zwar legte der SV Weil wie in der ersten Halbzeit noch etliche Kunstpausen ein, "von Spiel zu Spiel klappt unser System aber immer besser", sagte Fuhrler, der statt des verletzten Fabian Kluge den Kapitän gab. Man spiele eben jetzt einen anderen Fußball, einen, "den vielleicht nicht alle hier sehen wollen". Weniger mit Hurra, mehr mit wohlüberlegter Taktik. Wenn dabei immer ein Sieg mit insgesamt fünf Toren herauskommt – auch gut.

(Quelle: BZ 29.08.2011)

Der SV Weil 1910 spielte mit folgender Aufstellung: Di Simone - F. Braun, Dede, A. Weber, M. Braun - Fuhrler, Roemgens (53. Bürgin) - Schaffhauser (82. Wengenmayr), Bibbo, Schäuble - Perrone (59. Kassem-Saad).

Tore: 1:0 Perrone (22.), 1:1 Vollmer (29.), 1:2 Weschle (49.), 2:2 Kassem-Saad (67.), 3:2 Bibbo (79.)
Schiedsrichter: Bohrer (Hausen)
Zuschauer: 230