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SV Weil 1910 - VfR Hausen 1:1 PDF Drucken E-Mail

Verbandsliga Südbaden - 02. Spieltag 18.08.2012

SV Weil 1910 - VfR Hausen 1:1

Joni Said nervenstark in Nachspielzeit

Verbandsliga-Fußballer des SV Weil erzielen 1:1 gegen VfR Hausen per Elfmeter / Schwierige Bedingungen bei tropischer Hitze

Für die Zuschauer im Stadion des SV Weil gibt es in dieser Saison einen neuen Service: eine Anzeigentafel. Auf ihr werden die Zeit und der Spielstand festgehalten. Bei der Premiere klemmte die Elektronik noch ein wenig und wechselte bisweilen munter zwischen gespielten Minuten und aktueller Uhrzeit hin und her. Beim Spielstand hakte hingegen nichts. Da lag es an den Weiler Verbandsliga-Fußballern selbst, dass bis zur 93. Minute lediglich auf der Seite des VfR Hausen eine Eins leuchtete, auf ihrer eigenen dagegen noch immer die Null erschien. Zwar hatten die Gastgeber bei tropischen Temperaturen von knapp 40 Celsiusgraden vor allem in der zweiten Hälfte eine ganze Reihe guter Gelegenheiten, um endlich auch auf ihrer Tafelseite nicht mehr die Anfangszahl erscheinen zu lassen. Doch zeigten sich die Weiler Offensivkräfte im Hausener Strafraum wiederholt allzu umständlich. So hatten in der 69. Minute gleich vier Weiler im Sechzehner die Chance zum Torschuss. Doch alle zögerten, passten quer – und am Ende schoss niemand. "Da muss man einfach mal die Pike benutzen", klagte SVW-Trainer Mathias Chrobok.

Mithin dauerte es bis in die Nachspielzeit, ehe auf der Tafel auch bei Weil die Eins blinkte. Wie schon zum Saisonstart beim Freiburger FC musste dafür ein Elfmeter herhalten. Neuzugang Ridje Sprich, der nach einer Stunde für Daniel Cassetta eingewechselt worden war, wurde von VfR-Torhüter Raphael Baumann im Strafraum gefoult, und Joni Said behielt die Nerven und verwandelte den Ball sicher zum 1:1-Endstand. "Er ist mir von hinten in die Beine gefahren, und ich bin dann zu Boden gefallen", beschrieb Sprich die entscheidende Attacke. Obwohl aufgrund einer leichten Lungenentzündung mit Antibiotika vollgepumpt, deutete Sprich zuvor mehrfach seine Torgefährlichkeit an. "Die Abstimmung muss aber noch besser werden."

Das Remis war für die Weiler, die nun seit elf Partien auf einen Sieg gegen Hausen warten, zwar glücklich, aber auch verdient. Zumal die Einheimischen die besseren Chancen besaßen und Guido Perrone nach glänzendem Pass von Imad Kassem-Saad nur knapp das obere Toreck verfehlte (76.). "Hausen hat in der zweiten Halbzeit ja nichts mehr gemacht", urteilte der sportliche Leiter des SV Weil, Perseus Knab. Derweil lobte Chrobok, der ebenso wie Hausens Coach Michele Borrozzino "beiden Mannschaften ein Riesenkompliment für ihre Leistung bei dieser brutalen Hitze" machte, vor allem die Moral seines Teams. "Wir haben nicht aufgesteckt und bis zum Schluss auf den Ausgleich gedrängt." Und Kassem-Saad, der nach der Pause zurück auf die Sechserposition rückte, ergänzte: "Heute war Hausen schlagbar, aber in der ersten Hälfte gab es bei uns zu wenig Bewegung und später war es schwierig, die Partie umzubiegen." Dagegen zeigte sich Borrozzino ("Wir wollten drei Punkte") enttäuscht vom Remis und haderte mit Schiedsrichter André Huchthausen (Engen). "Er hat uns zwei Elfmeter verweigert und falsches Abseits gepfiffen."

Angesichts ihrer knappen Führung und der immensen Hitze beschränkten sich die Gäste auf Konter. Jene waren indes brandgefährlich. Während Christian Casar (57.) und Timo Reither (67.) das Gehäuse knapp verfehlten, rettete der starke Weiler Tohüter Maximilian Imgraben reaktionsschnell gegen Nino Tumminaro (69.) und Juri Kuhn (87.). Beim einzigen Gegentreffer (37.) war Imgraben machtlos. Nach einem Steilpass gegen die aufgerückte Weiler Abwehr (Chrobok: "Ein Tor aus dem Nichts und klar abseits") sah er sich gleich zwei Hausenern gegenüber. Casar passte quer zu Tumminaro, der den Ball mühelos über die Linie schob.

Danach hätten die Gäste zwar erhöhen können, als Fabian Sutter frei vom Elfmeterpunkt verzog (39.) und der quirlige Tumminaro im Strafraum gegen Simon Roemgens zu Fall kam (40.). Doch verzeichneten die Weiler einen Lattenschuss von Kassem-Saad ("Ich habe einfach mal draufgehalten") aus rund 30 Metern (10.), bei dem VfR-Keeper Baumann wie angewurzelt stehenblieb, und einen Kopfball von Simon Blaschke, der nach Flanke von Cassetta, der Baumann schon umkurvt hatte, das Tor verfehlte (26.).

Quelle: Badische Zeitung vom 20.08.2012

Der SV Weil 1910 spielte mit folgender Aufstellung: Imgraben - Götz, Roemgens, Braun, Schmidt - Schäuble (75. Bürgin), Kassem- Saad, Bernardo (46. Perrone) - Blaschke, Said, Cassetta (60. Sprich)

Tore: 0:1 Tumminaro (37.), 1:1 FE Said (92.)

Schiedsrichter: Andre Huchthausen (Engen)

Zuschauer: 220