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SC Elzach-Yach - SV Weil 1910 6:4 PDF Drucken E-Mail

Landesliga Südbaden Staffel 2 - 30. Spieltag 21.05.2016

SC Elzach-Yach - SV Weil 1910 6:4

Von allen guten Geistern verlassen

Diesen SV Weil verstehe einer, der will. Von allen guten Geistern verlassen hat der einstige Titel-Aspirant am letzten Saisonspieltag mit einer indiskutablen Abwehrleistung auch noch Platz zwei und damit die Teilnahme an der Verbandsliga-Aufstiegsrunde weggeworfen. Der SF Elzach/Yach, für den es um nichts mehr ging, demütigte hilflose Gäste in der Rückwärtsbewegung und siegte gegen neun konsternierte Weiler mit 6:4.

Total enttäuscht, völlig leer erlebte der Weiler Anhang den Schlusspfiff in einem komplett verrückten Match mit zwei Weiler Platzverweisen, einem von der Trainerbank verbannten Weiler Coach Maximilian Heidenreich und zehn Toren. Nun müssen die Blau-Weißen tatenlos mit ansehen, wie der FC Freiburg-St. Georgen in der Verbandsliga-Aufstiegsrunde die Chance nutzen will. Extrem bitter ist auch, dass die „Zweite“ zum dritten Mal durch die eigene „Erste“ auf dem Weg zum Aufstieg in die Landesliga ausgebremst wurde. „Auch der Verlauf dieses Spiel war ein Spiegelbild der Saison. Wenn man vier Tore erzielt, dann sollte ein Auswärtsspiel eigentlich gewonnen werden. Wir haben uns jedoch, wie so oft in dieser Saison selber geschlagen“, haderte Heidenreich mit seinem Team. Auch Perseus Knab, der Sportliche Leiter, schlug in die gleiche Kerbe: „Bis auf Fabian Kluge und Almin Mislimovic haben heute in diesem letzten Saisonspiel alle Weiler Protagonisten auf dem Platz versagt.“ Kollektivversagen bis auf Kluge und Mislimovic Zielscheibe der Kritik aus der SVW-Führungsetage war vor allem das erschreckend schwache Defensivverhalten. Die Gäste aus der Grenzstadt lagen nach fünf Minuten bereits 0:2 hinten, weil Schlussmann Christoph Düster nach 30 Sekunden Spielzeit den durchgebrochenen Marius Wernet umsenzte und SF-Keeper Steffen Ringhof, der seine Karriere nach diesem Spiel beendete, den fälligen Strafstoß mit Schmackes zur Führung verwandelte. Düster hatte noch Glück, dass er bei dieser Aktion nur Gelb sah. „Der Christoph hat uns in dieser Saison schon viele Punkte gerettet, aber in solchen Situationen muss er einfach geschickter agieren“, betonte Heidenreich. Aber nicht nur für die Nummer eins war dieses Match zum Vergessen. Vier Minuten später spielte Patrick Lauber einen Katastrophen-Rückpass auf Düster. Marius Wernet erlief den „verhungerten“ Ball, umkurvte den Weiler Keeper und schob die Kugel zum 2:0 in die Maschen. Die Weltuntergangsstimmung im Weiler Lager dauerte lediglich sechs Minuten, dann stand’s aus Gastgeber-Sicht nur noch 2:1. Kluge bediente Mislimovic und der Flügelstürmer ließ Ringhof keine Chance. Der SV Weil verdaute auch das 1:3 (32.) durch Sascha Henin dank der bärenstarken Kluge und Mislimovic. Nach Traumflanken von Mislimovic besorgte Weils Kapitän (33./35.) mit spektakulären Kopfballtoren den 3:3-Ausgleich. Wenig später hatte Kluge mit einem Latten-Kopfball Pech. So ging’s in die Pause. Zwei Minuten waren nach der Pause gespielt, da klingelte es wieder im Elzacher Kasten. Almin Mislimovic ging wieder auf links durch, bediente Fabian Kluge, der gekonnt „einlochte“. Die erstmalige Führung in diesem Match verlieh dem SV Weil aber keine Sicherheit. Im Gegenteil: Wieder schlief die SVW-Abwehr, in der Martin Braun schmerzlich vermisst wurde, und wieder holte Düster (50.) Marius Wernet von den Beinen. Ein klarer Elfmeter und Gelb-Rot für den Weiler Torwart. Danach wurde es hektisch: Maximilian Heidenreich wurde wegen seiner Schiedsrichter-Schelte von der Bank verwiesen und Nikola Obradovic musste Ersatzkeeper Vladimir Lazarov weichen. Lazarov musste den Ball dann aus dem Netz holen, weil Kevin Maier den fälligen Strafstoß sicher zum 4:4 (53.) verwandelte. Zu diesem Zeitpunkt führte der FC Freiburg-St. Georgen im Heimspiel gegen den FC Emmendingen bereits mit 1:0 hatte den SV Weil in der Tabelle bereits überflügelt. Es kam noch dicker für Weil: Piero Saccone sah in der 62. Minute wegen Meckerns Gelb-Rot. Eine große Dummheit, die den Blau-Weißen endgültig aller Chancen beraubte, das Blatt noch zu wenden. Der SF Elzach/Yach nutzte die zweifache Überzahl, um die Partie mit zwei weiteren Treffern noch 6:4 zu gewinnen. „Wer sich so präsentiert, hat die Aufstiegsrunde auch nicht verdient“, sagte nach dem Schlusspfiff ein maßlos enttäuschter Perseus Knab. „Wir haben in dieser Saison gegen Denzlingen und Elzach jeweils sechs Gegentore kassiert. In beiden Spielen fehlte „Männle“ Braun. Das sagt schon alles“, war Heidenreich die Abwehrarbeit seiner Mannschaft in diesem letzten Saisonspiel der größte Dorn im Auge.

Quelle: Weiler Zeitung/23.05.2016

Der SV Weil 1910 spielte mit folgender Aufstellung: Düster - Blaschke, Groß, Kaiser, Lauber (71. Sowe) - Mislimovic, Saccone, Obradovic (52. Lazarov), Kassem-Saad, Weber (62. Arsentjew) - Kluge

Tore: 1:0 Ringhof (2./FE), 2:0 Werner (4.), 2:1 Mislimovic (10.), 3:1 Henin (30.), 3:2 Kluge (31.), 3:3 Kluge (47.), 3:4 Kluge (47.), 4:4 Klausmann (53./FE), 5:4 Becherer (67.), 6:4 Wernet (85.)

Schiedsrichter: Mesmer (Baden-Baden)

Zuschauer: 200

Bes.: Gelb-Rot Düster (50.), Saccone (63.)