Landesliga Staffel 2 - 18. Spieltag 10.03.2018

Ein ganz später Ausgleich

Julien Tschira zeigte eine gute Vorstellung bei seinem Debüt im Weiler Dress

Nur um ein Haar hat der abstiegsbedrohte FC 08 Tiengen den ganz großen Coup beim Liga- und Bezirksrivalen SV Weil verpasst. Quasi mit dem Schlusspfiff konnte der haushohe Favorit die Niederlage vermeiden. 1:1 (0:0) trennten sich beide Teams nach wenig ansehnlichen 90 Landesliga-Minuten.

Enttäuschend war allerdings nur die Vorstellung der Hausherren, die auf dem Kunstrasen im Nonnenholz eine sehr schwache Leistung an den Tag legten. Zu hektisch, zu umständlich, zu unsicher – es war „erschreckend“, wie dann auch SVW-Trainer Tobias Bächle ehrlich bekannte. Es sei ihm schlicht ein Rätsel, wie seine Truppe so eine Leistung zum Start aus der Winterpause auf den Platz bringen konnte. Für Lichtblicke sorgten einzig die beiden Neuen in der Startelf: Keeper Sandro Keller, der besonders mit seinen präzisen Abschlägen auffiel, und Julien Tschira, der auf der linken Seite mächtig Dampf nach vorne, aber auch hinten eine saubere Platte machte.

Sonst passte nicht viel zusammen. Das Beste am Ende war noch das Resultat aus Sicht der Weiler. Denn die konnten erst mit der letzten Aktion des gesamten Spiels den Ball im Netz unterbringen. Nach einer Flanke war Tiengens Defensivmann Daniel Albicker weggerutscht, so kam Lirian Ismajli zum Abschluss. Er ließ den Ball mit der Brust abtropfen und zimmerte ihn ins lange Eck.

Dieser Ausgleich sorgte bei Tiengens Trainer Oliver Neff für ein kleines Gefühlschaos: „Ich bin einerseits richtig stolz auf das Team und diese Leistung, die uns wirklich niemand zu getraut hat, aber nach dem späten Tor fahre ich andererseits jetzt auch enttäuscht nach Hause.“

Ausgerechnet Danilo Leggio aus der Zweiten war es, der nach einem Freistoßball in den Weiler Strafraum am langen Pfosten völlig blank stand und zur Führung nach 61 Minuten einnickte. Leggio rückte erst am Vormittag in den Kader, weil Sven Meier krankheitsbedingt absagen musste. Beim Treffer des FCT stimmte die Weiler Zuordnung nicht, und auch sonst lief es nicht ganz so rund. Wenn die Gäste zum Torabschluss kamen, dann war der SVW dran beteiligt. Mal ein Stockfehler, mal eine ungenügende Absprache. Und so hätte Tiengen durch Denis Michel und kurz darauf Tomas Masek auf 2:0 erhöhen müssen. Beide Male war Keller aber auf der Höhe. „Wir hätten ihnen den Zahn ziehen müssen“, so Neff.

Weil die Gastgeber zu kompliziert im Spiel nach vorne agierten, gab es auch nur wenige Möglichkeiten. Zwei Chancen durch Mislimovic wurden da notiert und eine durch Caner Acar. Mehr gab es da nicht. „Nach der Balleroberung gab es immer den Zehnerpass, statt den einfachen zum Nebenmann. Die Passquote lag bei 40 Prozent, dazu kamen zu viele technische Fehler“, war Bächle sichtlich bedient.

WZ 12.03.2018

Spielbericht