VfR Mannheim - SV Weil 1910 3:0

Relegation zur Oberliga - 1. Rückspiel - 14.06.2011

VfR Mannheim - SV Weil 1910 3:0

Wunder von Mannheim bleibt aus

Das Wunder von Mannheim ist ausgeblieben. Trotz einer guten Leistung ist dem SV Weil der Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg versagt geblieben. Nach der 3:4-Heimniederlage musste sich der Vizemeister der Fußball-Verbandsliga Südbaden dem nordbadischen "Vize" VfR Mannheim auch im Rückspiel auf fremdem Grund mit 0:3 (0:1) Toren geschlagen geben. Während für die Weiler die Saison damit gelaufen ist, stehen für die Mannheimer zwei weitere Relegationsspiele um den Aufstieg gegen den FV Ravensburg an.
Dabei begannen die Weiler vielversprechend. Die Verköstigung auf der Anfahrt mit Kaffee und Kuchen durch die Frauen Kluge, Bächle und Vogtsberger zeigte Wirkung. Bereits in der zehnten Spielminute kamen sie zu ihrer ersten Chance, als Fabio Bibbo zu Christian Ophoven passte, doch dessen Lupfer flog nicht nur über den Mannheimer Torhüter, sondern auch über dessen Gehäuse. Im Vergleich zum Hinspiel, in dem die Weiler bereits nach 40 Minuten einem 0:2-Rückstand nachliefen, präsentierten sie sich in Mannheim aufmerksamer. "Wir haben 20 Minuten lang gut gespielt, sogar dominiert und hätten durchaus in Führung gehen können", sagte der scheidende Weiler Trainer Maximilian Heidenreich später. "Aber dann haben wir wieder zu viele Fehler im Aufbau gemacht und die Mannheimer aufgebaut."
Dies hätte VfR-Angreifer Stefan Berger in der 12. Minute beinahe ausgenutzt. Doch zielte er nach einem Fehlpass von Maximilian Uhlenberg auf Kaan Erdogdu freistehend am langen Pfosten vorbei. In der 20. Minute war es dann SVW-Torhüter Michael Walz, der vor Mannheims Stürmer Ali Özgün rettete. Ebenso auf seinem Posten war sein Gegenüber Levent Cetin bei der nächsten Weiler Chance (27.). Nach dieser Möglichkeit gelang es den Weilern zunächst nicht mehr, gefährlich vor das Tor der Rasensportler zu kommen. Stattdessen drängten die Hausherren mächtig auf die Führung.
In der 38. Minute gelang es ihnen schließlich, ihr Chancenplus in Zählbares umzumünzen. Nach Zuspiel von Erdogdu besorgte Özgün das 1:0. Er hatte bereits im Hinspiel den ersten Treffer für Mannheim erzielt. "Ein ärgerlicher Gegentreffer", befand SVW-Spielausschussvorsitzender Bernd Vogtsberger, "denn wir waren in Ballbesitz, doch rückt die Abwehr dann nicht raus." Damit war für die Weiler klar, dass sie mindestens drei Tore brauchen würden, wenn sie die weiteren Relegationsspiele erreichen wollten. Immerhin ließen sie den Vorsprung vor der Pause nicht weiter anwachsen.
In der 67. Minute hatte Bibbo sogar den Ausgleich für den SV Weil auf dem Fuß, doch drehte der VfR-Keeper Levent Cetin seinen Schlenzer ins lange Eck noch um den Pfosten. Nur vier Minuten später markierte Özgün mit dem 2:0 seinen vierten Treffer in den zwei Relegationsspielen. Vorausgegangen war ein harmloser 30-Meter-Schuss von Stefan Dede, den Cetin locker aufnahm und umgehend weit nach vorne schlug. Mit seinem Abschlag auf die linke Seite überwand der VfR-Keeper die gesamte Weiler Abwehr, fand in Berger einen schnellen Abnehmer, der sich bis zur Grundlinie durchspielte und quer auf Özgün passte, der den Ball mühelos einschob.
In der 81. Minute zeigte Schiedsrichter Markus Kugele dann auf den Punkt: Elfmeter für Mannheim. Martin Braun hatte Erdogdu im Strafraum gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte jener selbst zum 3:0 und beerdigte damit endgültig alle Weiler Aufstiegshoffnungen. "Es war ein hochverdienter Sieg der Mannheimer, die insgesamt reifer und abgeklärter waren", bilanzierte Vogtsberger, "wir haben zu viele kleine Fehler gemacht und Mannheim so zum Toreschießen eingeladen." Doch wertete er die Saison als überaus erfolgreich. "Wir können stolz auf die Leistung sein. Wir sind ein Spitzenteam in der Südbadenliga und waren im Verbandspokal im Endspiel." Jetzt müsse man nach vorne schauen. Auch Heidenreich ("Ein bisschen Wehmut ist schon dabei") zog ein positives Resümee. "Leider hat der krönende Abschluss gefehlt, vor allem im Pokal. Wenn man sieht, dass Teningen nun Schalke 04 erwartet, ist das verlorene Finale um so ärgerlicher."

Badische Zeitung vom 14. Juni 2011

Der SV Weil 1910 spielte mit folgender Aufstellung: Walz; Dede, Elsasser, Kluge, Fuhrler (83. Bächle); Kassem-Saad, Ophoven (65. Perrone), Bibbo, Uhlenberg, Braun, Schaffhauser (65. Schäuble)

Tore: 1:0, 2:0 Özgün (38., 72.), 3:0 Erdogdu (83./FE)
Schiedsrichter: Kugele (Neuweiler)
Zuschauer: 850

 

 

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