Der SV Weil 1910 ist in der 1. Runde des Rothaus-Pokals ausgeschieden. Nach denkwürdigen 120 Minuten siegten die Gäste aus Lörrach-Brombach mit 7:5. Allerdings war es ein Duell unter ungleichen Bedingungen. Während die Gäste über 117 Minuten mit elf Mann agierten, spielte der SVW 45 Minuten mit einem Mann weniger, 30 Minuten mit zwei Mann Unterzahl, weitere 30 Minuten mit drei Mann weniger im Feld und 3 Minuten sage und schreibe ohne 4 Mann im Vergleich zu Lörrach. Schiedsrichter Khalid Sajid aus Lauchringen war vollkommen überfordert und benachteiligte die Mannschaft von Trainer Kurt Schwald in zahlreichen und spielentscheidenden Situationen.

Im Vergleich elf gegen elf in den ersten dreissig Minuten war der SVW klar spielbestimmend und dominierte den Gegner nach Belieben. Nach zwei guten Chancen gleich zu Beginn war es Kassem-Saad, der die Seinen nach einem Freistoss von Elsasser in Führung brachte. Nur vier Minuten später klingelte es bereits zum zweiten Mal im FVLB-Gehäuse, als Eksi nach einem Pfostenknaller von Kassem-Saad per Kopf zum 2:0 abstaubte. Nach dem ersten gefährlichen Angriff der Brombacher nahm Sajid das Heft in die Hand und bestrafte den SVW mit seiner Fehlentscheidung gleich doppelt. Eine Kopfabwehr von Krizoua an der Ecke des Fünfmeterraums bewertete der Schiedsrichter als Handspiel und stellte Krizoua mit roter Karte vom Platz. Das zusätzliche Elfmetergeschenk nahm Ex-SV-ler Mundinger dankend entgegen und verkürzte auf 2:1. Quasi mit dem Pausenpfiff war es derselbe Spieler, der einen Freistoss an die Latte wuchtete, von wo aus der Ball auf den Boden und wieder hinaus aufs Feld sprang. Für Sajid und seine Assistenten unmöglich zu erkennen, entschieden sie nach dem Jubel einiger Spieler kurzerhand auf Tor.

Trotz Unterzahl und den Benachteiligungen in Halbzeit 1 zeigte die Weiler Elf Moral und erwiesen sich auch in der zweiten Halbzeit als das bessere Team. Emmerich belohnte seine Mannschaft für die Mühen nach einem Eckball von Elsasser und köpfte in der 54. Minute ein zum 3:2. Als Acar dann nach einen Traumkonter über Mislimovic zum 4:2 (66.) traf, schien die Partie gelaufen, doch wieder war es Schiedsrichter Sajid der entscheidend in den Spielverlauf eingriff. Nach der vertretbaren gelb-roten Karte für Elsasser (74.) und dem 4:3-Anschlusstreffer von Erdogan (80.) bemühten sich die Gäste um den Ausgleich, fanden aber immer wieder ihren Meister in der Weiler Defensive. Erst die vollkommen überzogenen sechs Minuten Nachspielzeit verhalfen dem FVLB zu neuem Mut. Als dann auch noch Emmerich nach einer harmlosen Bemerkung ("Schiri, wir sind platt, es geht nicht schneller!") vollkommen zu Unrecht vom Platz gestellt wurde, glückte Brombach in der 95. Minute mit drei Mann mehr der Ausgleich.

Gegen diese Übermacht hatten sieben Feldspieler auch in der Verlängerung zunächst keine Chance. Doch selbst nach dem 4:5 (97.) und dem 4:6 (101.) gab die tapfer kämpfende Weiler "Acht" nicht auf. Weber und Mislimovic düpierten die gegnerische Abwehr und verkürzten noch einmal auf 5:6 (103.). Nicht nur von den Weiler Anhängern wurde diese Leistung in der letzten Pause mit Standing Ovations honoriert. Erst in der allerletzten Spielminute gelang dem Landesliga-Vizemeister dann die vielumjubelte Entscheidung. Erdogan traf gegen die vollkommen entblösste Weiler Abwehr zum 7:5.

Der SV Weil 1910 spielte mit folgender Aufstellung: Düster - Eksi (36. Weber), Wengenmayr (89. Keller), Kluge, Krizoua - Emmerich, Elsasser - Blaschke (65. Acar), Kassem Saad (114. Keita), Mislimovic - Kierzek (80. Gashi)

Tore: 1:0 Kassem-Saad (12.), 2:0 Eksi (15.), 2:1, 2:2 beide Mundinger (27./HE, 45.), 3:2 Emmerich (54.), 4:2 Acer (65.), 4:3 Erdogan (79.), 4:4 Streule (94.), 4:5 Krieger (97.), 4:6 Mayer (101.), 5:6 Mislimovic (103.), 5:7 Erdogan (120.).

Schiedsrichter: Khalid Sajid

Zuschauer: 550

Bes.: Rot Krizoua (28.), Gelb-Rot Elsasser (72.), Emmerich (93.) Weber (117.), alle SVW, Streule (119.) FVLB