Landesliga Südbaden Staffel 2 - 23. Spieltag 04.04.2015

SV Weil 1910 - FC Auggen 0:0

Torloses Remis im Dauerregen

Kein Sieger im Topspiel: Der SV Weil und der FC Auggen haben sich am Karsamstag torlos getrennt. Für die Gäste ist das Remis kein Beinbruch, für die Hausherren letztlich ein Schritt in die richtige Richtung. "Für die Zuschauer war es schade", ließ sich Maximilian Heidenreich im Dauerregen entlocken. Damit meinte der Weiler Trainer jedoch nicht das bescheidene Wetter, sondern den Unterhaltungswert der Partie. "Wir sind noch nicht in der Verfassung für ein Spitzenspiel", gab Heidenreich zu. "Aber Auggen war es heute auch nicht." Von der Taktik geprägt war das Duell zwischen dem Tabellendritten und dem Spitzenreiter. Die Devise auf beiden Seiten: Fehler in der Abwehr vermeiden.

Gerade der SV Weil war nach den vergangenen Wochen um Ordnung bemüht. Zugleich gelang es den Blau-Weißen, früh die Kontrolle über das Spiel zu erobern. Die Hausherren führten Regie und standen defensiv stabil - letzteres galt allerdings auch für die Gäste aus Auggen. Die Markgräfler ließen hinten kaum etwas anbrennen. "Wir wollten nicht ins offene Messer laufen", gab FCA-Coach Enzo Minardi Einblick in die taktische Marschroute. Am vergangenen Wochenende hatte Auggen noch Untermünstertal mit 10:1 weggefegt. Doch den Fehler, übermütig bei den angeschlagenen Weilern aufzulaufen, machte der Tabellenführer nicht. Nach etwa einer halben Stunde begannen die Gäste, die Anteile ausgeglichener zu gestalten. Doch weiterhin wurden die Zuschauer nicht mit Strafraumszenen verwöhnt. Während Weil durch Patrik Kierzek (20.) und Almin Mislimovic (42.) zwei gute Chancen verzeichnen durfte, musste sich Auggen mit einer entsprechenden Möglichkeit durch Frederik Wettlin (42.) begnügen.

Die Markgräfler fuhren im Ansatz zwar regelmäßig aussichtsreiche Angriffe, doch spielten sie diese immer wieder unsauber zu Ende. "Das war heute unser Manko", sagte Minardi. "Wir müssen geduldiger und ruhiger spielen." Das könne seine Mannschaft schließlich auch, "aber heute war auch der Gegner ein ganz anderer", war ein Lob für die Weiler Defensive rauszuhören. Die Hausherren holten aus ihren offensiven Möglichkeiten allerdings ebenfalls nicht das Optimale heraus. Daran machte Heidenreich auch seine Kritik fest - das Spiel ohne Ball. "Wir haben zu viele Spieler, die den Ball in den Fuß gespielt bekommen wollen." Anstatt zu kreuzen, kurz zu gehen oder den Weg in die Tiefe ohne den Ball zu suchen, standen die Weiler zu oft auf einer Linie und ließen die notwendige Bewegung vermissen. "Wir brauchen eine bessere Mischung", dürfte Heidenreich bei den Zukunftsplanungen Veränderungen in der Offensive im Blick haben. Dass es im läuferischen Bereich Defizite gibt, macht der Weiler Trainer aber auch an einem anderen Punkt fest: "Bei einigen Spielern fehlt die Fitness." Deshalb hatte Heidenreich nur einmal gewechselt - Imad Kassem-Saad musste bereits in der ersten Halbzeit angeschlagen raus. Die anderen Reservespieler sollten lieber in der Bezirksliga-Mannschaft über 90 Minuten ran. Das bringe mehr als ein Kurzeinsatz in der Ersten.

In der zweiten Hälfte keimte bei Liebhabern von Strafraumszenen zunächst Hoffnung auf: Andreas Hein doppelt auf Auggener Seite, Guide Perrone für Weil - binnen fünf Minuten wurde es gleich mehrfach vor den jeweiligen Kästen gefährlich. Doch das Zusammenspiel zweier starker Abwehrreihen und zweier nachlässiger Offensiven sorgte dafür, dass den Zuschauer mit zunehmender Spielzeit das Gefühl beschlich: Hier fällt heute kein Tor mehr. Allerdings agierten die Markgräfler in der Schlussphase druckvoller, kamen nochmal zum Abschluss, die nötige Effizienz fehlte indes. Matthias Dold und Axel Imgraben verpassten den Siegtreffer. Dennoch war Enzo Minardi mit dem Remis zufrieden. "Die Mannschaftsleistung war sensationell, es war ein intensives Duell." Sein Kollege Maximilian Heidenreich hob letztlich die positive Entwicklung hervor. Seinen Mannen, die nur wenig zugelassen hatten, attestierte er eine couragierte Leistung. "Mit der defensiven Ordnung, der Rückwärtsbewegung und dem Engagement bin ich zufrieden", sagte er. Eine deutliche Verbesserung gegenüber der vergangenen Woche, denn gegen Auggen habe auch jeder für den anderen gearbeitet.

Quelle: FUPA 07.04.2015

Der SV Weil 1910 spielte mit folgender Aufstellung: Düster - Braun, Weber, Kluge, Lauber -  Mislimovic, Emmerich, Eksi, Kassem-Saad (36. A. Gashi) - Kierzek, Perrone

Tore: -

Schiedsrichter: Sven Pacher (Brigachtal)

Zuschauer: 350